Wer Sardinien mit dem Mietwagen erkundet, sieht viel. Wer eine Bootstour macht, sieht die Küste von der Wasserseite. Aber wer durch die engen Gassen einer sardischen Stadt mit einem Tuk Tuk fährt, sieht Dinge die man sonst einfach überfährt.
Wir haben die Tuk Tuk Tour in Olbia gemacht und es war eine der unterhaltsamsten Stunden unseres Sardinienaufenthalts. Nicht weil sie spektakulär war, sondern weil sie genau das gezeigt hat was man selbst nicht findet.
Was eine Tuk Tuk Tour ist
Ein Tuk Tuk, auch Ape oder Rickshaw genannt, ist ein kleines dreirädriges Fahrzeug das in Asien als Alltagstransportmittel bekannt ist und auf Sardinien als Touristenattraktion eine ganz eigene Karriere gemacht hat. Man sitzt zu zweit im Fond, der Fahrer lenkt, und gemeinsam zuckelt man durch Altstädte, entlang von Küstenstraßen und durch Viertel die für normale Autos zu eng sind.
Das klingt nach Touristenkitsch. Ist es manchmal auch. Aber wenn der Fahrer ein Einheimischer ist der seine Stadt kennt und erzählen kann, dann ist das Ergebnis überraschend gut.
Wo man Tuk Tuk Touren auf Sardinien buchen kann
Das Angebot verteilt sich auf mehrere Städte. Am stärksten ist es in Olbia und Cagliari, wo mehrere Anbieter regelmäßig Touren durchführen.
In Olbia starten die Touren meist am Hafen oder an zentralen Punkten der Stadt und führen durch die historische Innenstadt, zur Basilika San Simplicio, am alten Aquädukt vorbei und teilweise bis zum Strand von Pittulongu. Einige Anbieter kombinieren die Stadtbesichtigung mit einem Weingutbesuch im Hinterland, was eine interessante Kombination ergibt.
In Cagliari sind die Touren besonders beliebt weil die Stadt auf sieben Hügeln gebaut ist und das Laufen mühsam werden kann. Das Tuk Tuk nimmt einem das Problem ab. Man kommt in das Castelloviertel, fährt durch Villanova, sieht Aussichtspunkte über die ganze Stadt und wird nebenbei mit Geschichte versorgt.
Was man von der Tour mitnimmt
In Olbia haben wir in einer Stunde mehr über die Stadt verstanden als in zwei Stunden eigenständigem Herumlaufen. Der Fahrer kannte jede Gasse, wusste wo die Römer gebaut haben, wo die Pisaner ihre Spuren hinterlassen haben und wo man abends gut essen kann. Das letzte war uns fast am wichtigsten.
Der Audioguide einiger Anbieter ist eine gute Ergänzung wenn man keine geführte Tour möchte. Man sitzt im Tuk Tuk, fährt los und bekommt die Infos über Kopfhörer. Das funktioniert gut, auch wenn manchmal der Motor lauter ist als die Erklärung.
Besonders interessant ist die kombinierte Tour von Olbia nach La Maddalena, bei der man zunächst mit dem Tuk Tuk die Küstenstraße entlangfährt und dann mit dem Boot zum Archipel übersetzt. Land und Wasser in einem Tag, beides auf eine entspannte und unaufgeregte Art.
Was die Tour kostet
Die Preise variieren je nach Anbieter und Dauer. Eine einstündige Stadttour in Olbia oder Cagliari liegt bei etwa 50 bis 100 Euro pro Tuk Tuk, das Fahrzeug fasst in der Regel zwei Personen. Wer zu viert ist, bucht zwei Fahrzeuge oder wählt einen Anbieter mit größerem Fahrzeug.
Online buchen lohnt sich weil man dann einen festen Zeitslot hat und nicht auf gut Glück am Hafen wartet. In der Hochsaison sind die beliebtesten Anbieter gut ausgelastet.
Für wen es sich lohnt
Für alle die einen Tag Pause vom Strand brauchen und eine Stadt sehen möchten ohne selbst viel laufen zu müssen. Für Familien mit Kindern die eine etwas andere Aktivität suchen. Und für alle die einfach mal anders durch eine Stadt fahren möchten als mit dem Reisebus oder zu Fuß.
Das Tuk Tuk ist kein Muss auf Sardinien. Aber es ist eines der Dinge bei denen man hinterher froh ist, es gemacht zu haben.



